Wie guter
Smalltalk geht
Für manche Menschen ist Smalltalk ein Graus – gewissermaßen als Selbsthilfe habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt und meine Erkenntnisse zusammengefasst.
Für manche Menschen ist Smalltalk ein Graus. Für sie bedeutet es, belanglose Gespräche zu führen, sich notgedrungen noch eine Bemerkung über das Wetter aus der Nase zu ziehen und, wenn gar nichts mehr geht, ein plumpes: „Und sonst so?" zu stammeln. Ich bin einer dieser Menschen. Genau deswegen habe ich mich etwas mit dem Thema auseinandergesetzt und – gewissermaßen als Selbsthilfe – meine Erkenntnisse in diesem kurzen Beitrag zusammengefasst.
Du befindest dich in einem Fahrstuhl, vor einem Meeting, zu Beginn eines Bewerbungsgesprächs oder auf einer Messe – es gibt zig Situationen, in denen es nicht schlecht wäre, genau jetzt einen lockeren Spruch auf den Lippen oder einfach ein gutes Thema zu haben. Und genau das ist auch der Grund, warum uns Smalltalk häufig in Verlegenheit bringt: Wir wissen nicht, was wir sagen sollen. Und so bedienen wir uns der üblichen Phrasen, die man selbst nicht mehr hören kann.
Woran man merkt, dass Smalltalk schiefgeht
Bevor wir uns damit befassen, was guten Smalltalk ausmacht, lohnt ein Blick auf eher schlechten. Immer dann, wenn wir uns selbst in den Vordergrund rücken, laufen wir Gefahr, zu viel über uns selbst zu reden und dadurch selbstgefällig oder egozentrisch zu wirken.
Brenzliche Themen wie Politik und Religion lassen wir lieber außen vor. Sport kann auch heikel werden, vor allem wenn man sich nicht auskennt oder sich über eine Mannschaft aufregt, deren Fan ausgerechnet unser Gegenüber ist. Du kennst solche Fettnäpfchen ;)
Und fällt dir gar nichts mehr ein, kannst du ja immer noch über den Kollegen von nebenan lästern, oder? Keine gute Idee! Nicht nur, dass es insgesamt keine gute Angewohnheit ist und mehr über dich selbst verrät als über denjenigen, über den du lästerst – so wirkt Lästern im Smalltalk doppelt bitter. Der Gesprächspartner weiß ja, dass es sich um Smalltalk handelt, und muss sich dann schon fragen, warum du gerade in so einer kurzweiligen Situation nichts anderes im Sinn hast, als andere schlecht zu machen.
Spätestens wenn wir bemerken, dass unser Gesprächspartner mit dem Blick umherschweift, sich vielleicht sogar abwendet oder nur noch gequält lächelt, sollten wir unsere Strategie anpassen.
So geht guter Smalltalk
Es waren für mich schließlich zwei Fragen, die Smalltalk nicht nur gut, sondern auch leichtgängig machen:
„Was finde ich augenscheinlich am anderen interessant? Was verbindet mich ggf. mit dem anderen?“
Immer dann, wenn du dich ehrlich für einen anderen Menschen interessierst, spürt er das und wird dich im Anschluss nicht nur als guten Gesprächspartner, sondern auch als besonders sympathisch in Erinnerung behalten.
Die Frage ist nur: Wie finde ich Gemeinsamkeiten heraus? Ich kann ja schließlich nicht einfach fragen, oder? Manchmal ist es offensichtlich. Der Kunde kommt mit derselben Automarke zum Termin gefahren wie ich. Schon bin ich im Gespräch. Okay, das war einfach. Was aber, wenn es keine offensichtlichen Merkmale gibt und mein Gegenüber anfänglich nicht so gesprächig ist?
Stell interessierte Fragen. Denn wenn deine Fragen zu kurios sind, kannst du den anderen schnell in Verlegenheit bringen. Verfolge damit am besten das Prinzip, ein eher oberflächliches Thema zu nehmen und es mit gewissen Nachfragen etwas in die Tiefe zu bringen. So kann der andere seine Erfahrungen kundtun, seine Meinung abgeben und damit für dich richtig hilfreich sein. Und dieser Punkt ist besonders wichtig. Die meisten Menschen helfen gerne. Mach dir das doch einfach beim Smalltalk zunutze.
Hier beispielhaft ein paar Fragen:
- 1
Stadt & Umgebung
Kommst du hier aus Düsseldorf? Was begeistert dich an dieser Stadt am meisten? Wo kann man hier richtig gut essen gehen?
- 2
Kultur & Unterhaltung
Welchen Kinofilm kannst du aktuell empfehlen? Welches Buch oder Film hat dich zuletzt begeistert?
- 3
Reisen & Erlebnisse
Welche Stadt fandest du bisher besonders beeindruckend? Welches Urlaubsziel würde dich aktuell am meisten reizen?
Hier noch zwei Ideen, die ich zum Teil schon selbst probiert habe. Sie sind allerdings nur zu empfehlen, wenn man kein Problem mit irritierten Blicken hat.
Das spontane Meeting
Angenommen, du stehst mit drei weiteren Personen in einem Fahrstuhl. Lockere die Situation doch etwas auf, indem du sagst: „Ihr fragt euch sicher, warum ich dieses Meeting so spontan einberufen habe?" Habe ich schon mal gemacht – ist witzig :)
Verstecken spielen
Wenn du vor deinem nächsten Meeting noch zu zweit bist, frag die andere Person, ob sie sich verstecken will. Habe ich persönlich noch nicht ausprobiert, stelle ich mir aber sehr lustig vor.
Mein Fazit: Wenn ich möchte, finde ich immer etwas am anderen, wofür ich mich interessieren kann oder das mich vielleicht sogar begeistert. Ehrliches Interesse ist und bleibt die beste Grundlage.
Ich wünsche dir viel Spaß beim nächsten Smalltalk.
